1477 gegründet, 2027 gefeiert: Die Mainzer Universität blickt auf eine bewegte Geschichte voller Brüche, Neuanfänge und Wandlungen zurück. Von Erzbischof Diether von Isenburg gegründet, erwarb sie bereits früh Ansehen, musste jedoch wirtschaftliche Engpässe und die Folgen der Reformation bewältigen. Mit dem Jesuitenkolleg (1561) und der Domus universitatis (1615–1618) fand sie neue Stabilität. Nach wiederholten Unterbrechungen wurde sie 1946 als Johannes Gutenberg-Universität Mainz neu eröffnet und ist seither ein bedeutendes Zentrum für Forschung, Lehre und Kultur in der Rhein-Main-Region.
Das 550-jährige Jubiläum gibt den Anlass für die Spring School, um ausgehend von der Mainzer Universitätsgeschichte Funktion und Wandel universitärer Bildung vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart vergleichend zu untersuchen. Die Mainzer Universitätsgeschichte wird dabei in europäische Entwicklungslinien von Gründungen, Reformen, Krisen und Wiederaufbauphasen sowie in aktuelle hochschulpolitische Debatten eingeordnet. Leitfrage ist: Welche Bedeutung hatte und hat universitäre Bildung in Zeiten vielfältiger Herausforderungen?
Inhaltlich zielt die Spring School darauf ab, Universitätsgeschichte als möglichen Zugang zu Fragen nach Bildungsauftrag, der Öffentlichkeit von Wissenschaft, demokratischer Resilienz und gesellschaftlicher Verantwortung zu nutzen. Die Studierenden erlangen im Rahmen der Veranstaltung epochenübergreifendes Wissen zur Geschichte universitärer Bildung. Sie eignen sich methodische Kompetenzen in den Bereichen Quellenkritik, Kontextualisierung und vergleichende Analyse an. Außerdem lernen sie Universitäten als historisch gewachsene, gesellschaftlich umkämpfte Institutionen zu verstehen sowie die eigene Rolle in gegenwärtigen Hochschul- und Bildungsdebatten kritisch einzuordnen.
Die Spring School verbindet darüber hinaus geschichtswissenschaftliche Lehre mit kooperativem Lernen und berufspraktischen Einblicken. Geplant sind ein Besuch im Gutenberg-Museum in Kooperation mit den Buchwissenschaften, eine durch das IEG begleitete Führung durch die Domus universitatis, ein Stadtrundgang zu Orten der Alten Universität, Sitzungen im Priesterseminar und dem Diözesanarchiv sowie eine Anleitung in historischen Methoden und grundwissenschaftlichem Arbeiten im Stadtarchiv Mainz. Die Studierenden lernen historische Schauplätze sowie originale Quellenbestände kennen und kommen mit Expert:innen aus Museum, Archiv und Forschung ins Gespräch. Auch der Besuch eines Abendvortrages ist geplant.
Das fünftägige Programm vom 8.3. bis 12.3.2027 richtet sich an Bachelor- und Masterstudierende aller Fächer aus Mainz und von anderen Universitäten. Sie arbeiten in vier Gruppen an problemorientierten Fragestellungen, die die unterschiedlichen Wechselwirkungen von universitärer Bildung in Bezug auf Krisen- und Aufbauphasen, Politik, Religion und Gesellschaft, wirtschaftliche Faktoren sowie Erinnerungskulturen reflektieren sollen. Die Gruppen nehmen Mainz als Ausgangspunkt und ordnen ihre Befunde überregional ein. Bereitgestelltes Material, Expert:innengespräche, Workshops und Exkursionen werden so verbunden, dass die Studierenden eigene Thesen entwickeln und in einem Abschlussformat diskutieren.
Die Anmeldung für Studierende anderer Universitäten ist über folgende Adresse möglich:
Gefördert durch:
9 Uhr | Fakultätssaal
Begrüßung
10-11:30 Uhr | Fakultätssaal
Workshop: Quo vadis universitas? Universität zwischen Krise, Funktion und Verantwortung
11:30-13 Uhr | frei
Pause
13-15 Uhr | Diözesanarchiv
Workshop: Gründen, stiften, legitimieren. Universitäten im Spätmittelalter
15-15:30 Uhr | frei
Pause
15:30-17 Uhr | Diözesanarchiv
Workshop: Wissen im Konflikt. Universität in der Reformationszeit
17-18 Uhr | frei
Pause
18-20 Uhr | Fakultätssaal
Workshop: Universität als neutraler Raum? Bildung, Konfession und Herrschaft in der Jesuitenzeit
9-10:30 Uhr | Leibniz-Institut für Europäische Geschichte (IEG)
Exkursion: Die Domus Universitatis als Erinnerungsort
10:30-11:30 Uhr | frei
Pause
11:30-13 Uhr | tbd
Workshop: Der Raub von Wissen? Universität, Krieg und Kulturgut
13-15 Uhr | frei
Pause
15-17 Uhr | Gutenberg-Museum
Exkursion: Medienrevolution und Wissenszirkulation. Buchdruck, Universität und Bildung
17-17:30 Uhr | frei
Pause
17:30-19 Uhr | Stadt Mainz
Exkursion: Universität schreibt Stadt. Bursen, Professorenhäuser und akademische Räume
19 Uhr | tbd
Gastronomisches Get-together
9-10:30 Uhr | Fakultätssaal
Workshop: Reform, Revolution, Ressource. Universität um 1800 (Universitätsschließung)
10:30-11 Uhr | frei
Pause
11-12:30 Uhr | Fakultätssaal
Workshop: Wissen, Körper, Zugang. Die Mainzer Hebammenanstalt und wissenschaftsnahe Bildung
12:30-14 Uhr | frei
Pause
14-16 Uhr | Universitätsarchiv und Campus der JGU
Exkursion: Universität als Wissensspeicher und Erinnerungsinstitution
16-16:30 Uhr | frei
Pause
16:30-17:30 Uhr | Fakultätssaal
Gruppenarbeitsphase
17:30-18:30 Uhr | frei
Pause
18:30 Uhr | tbd
Abendvortrag: Von Mainz nach Europa? Universität, Demokratie und europäische Wissensräume
9:30-11 Uhr | Fakultätssaal
Workshop: Strategie oder Tradition?
11-11:30 Uhr | frei
Pause
11:30-13 Uhr | Fakultätssaal
Workshop: Vom Kasernencampus zur Massenuniversität. Raum, Reform und Studierendenprotest
13-14 Uhr | frei
Pause
14-16 Uhr | Stadtarchiv Mainz
Exkursion: Universitätsgeschichte aus den Quellen: Archivpraxis im Stadtarchiv Mainz
16-20 Uhr | Fakultätssaal
Freie Projektarbeit
9-12 Uhr | Fakultätssaal
Gruppenarbeitsphase zur Vorbereitung der Gruppenpräsentationen
12-13 Uhr | frei
Pause
13-15 Uhr | Fakultätssaal
Abschlusspräsentationen
15-15:30 Uhr | frei
Pause
15:30-17 Uhr | Fakultätssaal
Abschlussdiskussion: Quo vadis universitas?
17 Uhr | Fakultätssaal
Ende der Spring School